Frühling
Die Vögel jubeln – lichtgeweckt –,
die blauen Weiten füllt der Schall aus;
im Kaiserpark das alte Ballhaus
ist ganz mit Blüten überdeckt.
Die Sonne schreibt sich hoffnungsvoll
ins junge Gras mit großen Lettern.
Nur dorten unter welken Blättern
seufzt traurig noch ein Steinapoll.
Da naht ein Lüftchen,
fegt im Tanz hinweg das gelbe Blattgeranke
und legt um seine Stirn, die blanke,
den blauenden Syringenkranz.
Von Rainer Maria Rilke (1895).
Noch mehr stimmungsvolle Gedichte von Rilke und wunderbare Geschichten aus alter Zeit finden Sie bei uns - in unserem, neuen Bücher- und Gedichtregal. Liebevoll ausgewählte Bände und antiquarische Titel - alles mit dem Zauber des Alten...