Das Johannisfest am 24. Juni ist ein magischer Wendepunkt im Jahr. Die Nächte sind am kürzesten; der Sommer ist reich an Farben und Zierde.
An diesem Tag wird nach altchristlicher Lehre an die Geburt von Johannes dem Täufer erinnert. Im Brauchtum verband sich diese Vorstellung vom erwachenden Geist mit alten Feuerriten und Mittsommerfesten. Es ist ein Fest des Lichts, des Feuers und der tiefen Verbindung zu alten Traditionen.
Seit Jahrhunderten zünden die Menschen in dieser Zeit Johannifeuer an. Ein Sprung über die Flammen soll für die kommende Jahreshälfte die Dunkelheit vertreiben und die Seele reinigen, aber auch Mut und Kraft spenden – wie eine erneuerte Taufe in der Glut statt in der Quelle.
Auch die Natur zeigt sich an Johannis von ihrer geheimnisvollsten Seite.
Die Kräuter, die in diesen Tagen gepflückt werden, besitzen dem Volksglauben nach die geballte Kraft der Sonne und spenden Heilung für das ganze Jahr. Insbesondere das gelb leuchtende Johanniskraut, um dessen heilende Eigenschaften bereits die Klostermedizin wusste.
Verflochten mit Wildblumen und Kräutern entstand daraus nicht nur ein Schutzkranz, sondern auch eine duftende Erinnerung an den Sommer ...